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Gerbibeizausflug vom 3./4. September 2016

Myrtha Schneider 30.09.2016

Am Samstag trafen wir uns um 6:15 Uhr beim Tenniscenter. Via Zürich, Luzern, Brünig, Meiringen, Innertkirchen nach Guttannen. Früher als geplant erreichten wir das Hotel Handeck um uns bei einem Kaffee und Gipfeli zu stärken, für die Stollenbesichtigung der Berner Kraftwerke Oberhaseli im Grimsel 2 mit der Kristallkluft. Wir vermissten noch die zwei Motorradfahrer Roman und Jörg. In letzter Minute sind dann auch die beiden eingetroffen.

Vor dem Stolleneingang in der Gerstenegg wurden wir in 2 Gruppen aufgeteilt. Jeder erhielt eine Weste und los ging es im Kleinbus in das Stolleninnere.

Seit der Gründung der KWO im Jahre 1925 ist in mehreren Bauetappen ein komplexes Kraftwerkssystem entstanden:

Neun Kraftwerke, acht Speicherseen (davon ein natürlicher See), 160 km Stollen, hunderte von Kilometern Rohrleitungen, Strassen und Seilbahnen. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde die vorzügliche Eignung des Grimsel- und Sustengebiets zur Nutzung der Wasserkraft erkannt:

Reichliche Niederschläge, grosse Geländekammern, stabiler Granituntergrund sowie grosse Höhenunterschiede auf kurzer Distanz.

Nach einer längeren Studien- und Projektphase wurde am 20. Juni 1925 die KWO mit Sitz in Innertkirchen gegründet. Die ersten Kraftwerksanlagen - Grimsel- und Gelmersee sowie das erste Kraftwerk an der Handeck - wurden zwischen 1925 und 1932 gebaut. Bis heute ist ein komplexes Kraftwerksystem zwischen Grimsel- und Sustenpass entstanden.

Mit 29 Turbinen in 9 Kraftwerken produziert die KWO pro Jahr rund 2400 Gigawatt-Stunden elektrischen Strom. Das entspricht rund 7 % der Produktion aller Schweizer Wasserkraftwerke. Diese Energie deckt den Jahresverbrauch von rund einer Million Menschen. Jeden Tag erneuerbar

Die Firma KWO ist eines der führenden Wasserkraftwerke der Schweiz.

Das Grimsel und Sustengebiet ist ideal zur Gewinnung von Strom aus Wasserkraft. Grosse Höhenunterschiede und viel Niederschläge: 700 Millionen Kubikmeter Wasser in Form von Regen und Schnee. Dieses Wasser entwickelt, wenn es zu Tal stürzt, eine enorme Kraft.

 

Stromerzeugung zur Deckung des Spitzenenergiebedarfs, z.Bsp. über die Mittagszeit oder morgens. Zu diesem Zweck ist die Anlage Grimsel 2 als Pumpspeicherwerk ausgelegt.

Wenn der Stromverbrauch klein ist, z.Bsp. in der Nacht oder an Wochenenden, wird das Wasser vom tiefer gelegenen Speichern in höher gelegenen Stauseen gepumpt.

Gisela hat uns das anhand dieses Schemas gut vorgeführt.

Nach der Stollenbesichtigung kehrten wir zurück ins Hotel Handeck zum gemeinsamen Mittagessen.

Nach dem Mittagessen teilten wir uns wieder in zwei Gruppen auf. Die etwas kleinere Gruppe Taucher, machten sich auf den Weg zum Totensee auf dem Grimselpass.

Der Totensee bekam seinen Namen, weil dort vor rund 800 Jahren Soldaten des Heeres von Herzog Berchtold V. von Zähringen von den Wallisern in den See getrieben worden sind. Vor ca. 200 Jahren sind dort ausserdem Soldaten der Armeen von General Suworow und Napoleon gestorben.

Der See liegt auf 2160 m ü.M. direkt an der Wasserscheide zwischen Nordsee und Mittelmeer.

Das Wasser des Sees fliesst in den Grimselsee (1909 m ü.M.). Von dort ist es nutzbar über verschiedene Kraftwerke. Der Inhalt des Sees beträgt rund 2,5 Mio. m³.

Die zweite Gruppe marschierte zur Gelmerbahn für ein ganz spezielles Erlebnis. Denn wer den Nervenkitzel sucht, findet ihn auf dieser Bahn. Eine Steigung von maximal 106 Prozent macht sie unbestritten zur steilsten Standseilbahn von Europa.


Glücklich wieder bei der Talstation heil angekommen zu sein, balacierten wir über die Hängebrücke zurück zum Hotel Handeck.

Etwas später trafen wir uns alle auf dem Grimselpass im Alpenrösli bei einem Drink, bevor es weiter ging an den Thunersee.

Nach einer 1stündigen Fahrt erreichten wir unsere Unterkunft, das Hotel Kreuz in Leissigen Zimmerbezug… mit Überraschung.  Gell Max!

Einige hüpften noch schnell für eine Erfrischung in den Thunersee, bevor wir uns dann zum gemeinsamen Essen trafen. Das Essen war vorzüglich und reichhaltig. Das Servicepersonal aufmerksam, lustig und spontan. Gell Nöbi!

Wir sassen noch lange zusammen, diskutierten über dies und das und genossen die gemütliche Atmosphäre.

Das Sonntagvormittag Programm wurde individuell gestaltet. Die Frühaufsteher trafen sich am See zum Schwimmen um richtig wach zu werden. Bei einigen war ausschlafen angesagt. Einige waren schon beim Frühstück und genossen das reichhaltige Buffet, damit sie dann rechtzeitig zum Tauchen startklar waren. Der Treffpunkt für die bevorstehenden Tauchgänge war am Steg, bei A.Gehri Bootsschule und Vermietung Gemeinde Faulensee. Um 9:30 kam Mike mit dem Boot vom Tauchclub Thunersee und holte die erste Gruppe ab, die zweite Gruppe um 10:30 Uhr.  Das Schiff brachte die Taucher in die Bucht von Einigen. In dieser Bucht verbirgt sich unter den Wellen des Thunersees eine einzigartige Landschaft mit schwefelhaltigen Quellen.

Um 13:00 Uhr drafen wir uns alle zum letzten Event. Rosi hatte die Idee eine alte Mühle in der Gantrisch Region zu besuchen mit dem Namen Dittligmühl.

Die ursprünglich mit Wasserrad und Mahlsteinen betriebene Mühle, entstand ab ca. 1950 ein reiner Mühlebetrieb. Kombiniert wird heute diese Technik mit altem Handwerk: das Vollkornmehl wird immer noch auf Stein gemahlen. Die Haupttätigkeit ist die Herstellung und der Vertrieb von Standardmehlen und speziellen Backmischungen der Marke Goldkorn mit Rohstoffen aus der Region Gantrisch. Michi hat mit uns eine Führung gemacht und die verschiedenen Abläufe fachgerecht und mit viel Herzblut erklärt.

Mit vielen schönen Erinnerungen an ein gelungenes Wochenende, dank schönstem Wetter machten wir uns auf den Weg Richtung Ostschweiz.

Herzlichen Dank für euer Vertrauen und bis bald wieder einmal.
Myrta