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Berich Chale Island 2011

Marcello Bischofberger 01.02.2011

The day after – der Tag nach unserer gestrigen HV 2011 in Gloten. Bei uns in Kreuzlingen startete der Tag grau, trüb, nass und mit einer Temperatur von nur mal 3 Grad plus. So wandern meine Gedanken heute morgen genau sechs Wochen zurück. Der Grund meiner geistigen Wanderung war ein sms vom Tauchbasenleiter Eric aus Chale Island.

Am 16. Januar 2011 nachmittags startete meine zweite Reise Richtung schwarzer Kontinent, genauer gesagt nach Kenya. Der SWISS Flug, gechartert by EDELWEISS Air hof abends um 20.00 Uhr pünkltich ab Richtung Mombasa. Ich liess es mir in der ersten Reihe in der Mitte sehr gut ergehen. Genoss Champagner und ein erlesenes Mal, das ich unter vier verschiedenen Menus aussuchen konnte. Dazu spanischer Rotwein und anschliessend zum Dessert Portwein und einen kleinen weiteren Schlummertrunk. Ich reiste diesmal allein, da Gabriela erst eine Woche später ihre Ferien antreten konnte.

Die Nacht war für mich trotz ca. 8 stündigem Flug sehr kurz. Kaum machte ich es mir nach dem langen, ausgezeichneten Dinner gemütlich zum Schlafen, wurde wenige Stunden später bereits das Frühstück serviert – doch auf dieses verzichtete ich gerne, da mir eine Prise Schlaf viel wichtiger war. In Arusha, Tanzania gab es eine ganz kurze Zwischenlandung, damit all die vielen wanderfreudigen SchweizerInnen rauf auf den Kilimanscharo los marschieren konnten – schön für diese glücklichen Wandersfreunde, doch nichts für mich. Ich schloss die Augen wieder und liess mich nochmals für knappe zwei Stunden ins Träumeland zurück gleiten.

Angekommen in Mombasa ging die ganzen Einreiseformalität speditiv über die Bühne und kaum sah mich ich um, stand ich vor dem Flughafen in der grellen und heissen Sonne von Kenya. Der Verantwortliche von Hotelplan erwartete mich schon sehr freundlich, den Pascal kannte ich noch vom Vorjahr. Mit mir reiste noch ein pensioniertes Ehepaar, Heiri (ein ETH Professor aD) und seine Partnerin Hannah (ehemalige Kindergärtnerin), die wir schon vom Vorjahr kannten. Sie reisten dieses Jahr bereits das 12. Mal nach Chale Island.

Die Fahrt durch Mombasa empfand ich drückend schwül und heiss, hatte ich doch tags zuvor zuhause mit Minustemperaturen zu kämpfen. Kenya ist ein sehr armes Land, wenn ich all die vielen Menschen in dieser Stadt so beobachtete. Viele junge Männer sassen einfach im Strassenstaub, ohne Arbeit, Job und Zukunft. Die Häuser und Hütten in der Stadt waren teilweise baufällig und sahen mehr als einfach aus. Was dachten wohl all diese Menschen von uns aus Europa. In diesem Moment fühlte ich mich nicht sonderlich wohl in meiner Haut.

Wir fuhren nun Richtung Süden. Dazu mussten wir die Fähre benützen, die uns über den grossen Fluss brachte. Denn eine Brücke kann man nicht bauen, da dieser Fluss der einzige Verkehrsweg ist für all die vielen grossen Frachterschiffe, die den Hafen Mombasa’s anfuhren. Manchmal musste man längere Wartezeiten in Kauf nehmen, doch heute wir hatten Glück. Wir konnten gleich auf die Fähre fahren und mit vielen hunderten oder gar tausenden Menschen. Es verkehren parallel einige Fähren gleichzeitig doch ist diese schwimmende Brücke immer zum Bersten voll mit Autos, Fahrrädern und Fussgänger. Für mich ist dieser Anblick immer wieder ein spektakuläres Schauspiel – wenn all die tausenden Menschen wie die Ameisen in Kolonnen auf die Fähre gehen oder diese verlassen.

Ausserhalb von Mombasa wird es dann sehr schnell ländlich und von wilder Natur. Gleich an der Strasse säumen viele blütenreiche Sträuchern und Pflanzen den Weg. Auch die Hütten sehen hier gepflegter aus. Überall sieht  man viele Kinder in ihren verschiedenen schuluniformen, junge Menschen und Frauen, eingewickelt in bunte Tücher – ein echt farbenfrohes Bild! Unsere Destination Chale Island liegt mit dem Auto ca. zwei Stunden südlich von Mombasa, 70 km von der Grenze zu Tanzania. Chale ist eine Insel, ca. 600 Meter vom Festland vorgelagert. Die Insel wird bei Flut mit einem kleinen Boot und bei Ebbe mit einem uralten, riesengrossen Traktor inklusiv Leiterwagen angefahren.

Als wir mittags am Landungssteg zwischen Festland und der Insel ankamen, löste dieser Moment für mich die höchsten Glücksgefühle aus. Viele wunderschöne Erinnerungen an unseren letzten Aufenthalt wurden in mir wachgerufen! Nun hiess es nur noch einige Minuten warten, denn wir hatten Ebbe und der Traktor rollte bereits von der Insel her rüber. Mein Abenteuer konnte hier beginnen – vier ganze Woche Ferien standen mir bevor – eine lange Zeit um dieses Paradies erneut zu erobern!

Angekommen auf der Insel konnte ich nach einer herzlichen Begrüssung gleich unser Bungalow No 7 beziehen, mit einem herrlichen Blick auf die Lagune. Überwältigend waren all die vielen herzlichen Begrüssungen und Umarmungen der vielen Angestellten, die wir noch vom Vorjahr her kannten. Bei dieser Begrüssung fühlt man sich wie zu hause angekommen und wirklich herzlich willkommen.

Die Bungalows sind alle sehr grosszügig gebaut mit allem Komfort, den man sich erträumen kann, den man hier aber nicht wirklich benötigt. Ich denke da an den Fernsehen, DVD-Player und die Musikanlage. Für uns ist der grösste Luxus die grosse gedeckte Veranda mit einem riesengrossen, kenyanischen Bett und der Sitzecke – umgeben von Sträuchern, Palmen und Bäumen. Wie erwähnt haben wir in Nummer 7 Blick auf die Lagune, es gibt natürlich auch Bungalows mit Blick auf das Meer. Es ging auch nicht sehr lange und ich durfte die ganze Kolabas-Affenbande bewundern, die in den Bäumen und Sträuchern sassen und sich genüsslich an den Blättern erlabten. Diese kleinen Affen – es sind laut den Kenyaner keine Affen - sehen von den Gesichtszügen, Fingern und Zehen aus wie wir Menschen. Sie sind scheu, kommen aber recht nahe an einem heran, jedoch ungefährlich.

Auf der Insel bewegen sich auch Paviane in allen Grössen und Alterklassen. Da heisst es dann schon eher aufpassen. Es darf nichts essbares draussen liegen gelassen werden, denn diese Bewohner sind sehr schnell und stets hungrig! Vor den Pavianen habe und pflege ich immer den notwenigen Respekt. Während dieses Aufenhaltes hatten wir ein erwachsenes Männchen, der war mir wirklich unwillkommen. Ich denke an eine Szene, als ich ganz alleine draussen sass und genüsslich einen Cigarillo inhalierte. Plötzlich kam dieser Artgenosse tatsächlich zu mir auf die Terrasse auf kürzeste Distanz und liess sich von mir mit nichts verscheuchen – so legte ich langsam den Rückwärtsgang Richtung Terrassentür! Zu futtern gab’s bei mir nichts!

Es leben noch eine dritte Art von Affen auf Chale, nämlich die Meerkatzen. Diese sind sehr liebenswürdig und interessant zu beobachten, wie sie sich Fortbewegen, sind im Gegensatz zu den Pavianen friedlich und scheu. Man kann schon sagen, hier auf der Insel gibt’s doch einiges zu bewundern! Unser Bungalow befindet gleich in der Nähe zur Tauchbasis, was für uns ebenfalls ein Vorteil bedeutete. Ich checkte am Nachmittag bei Eric ein und er erzählte mir alle News von der Insel und seinen Angestellten. Leider wurden
drei Monate zuvor mein Lieblingstauchguide Harry von Banditen erschossen. Harry war ein sehr liebenswürdiger Mensch (wie eigentlich die meisten Kenyaner), der über fänomenale Augen besass – zusammen mit ihm zu tauchen war immer ein Highlight. Denn er fand jedes seltene Unterwasserlebewesen, ob dies nun Schaukelfische sind oder spezielle Nacktkiemenschnecken, über Geistermuränen bis hin zu Geisterpfeifenfetzenfische.

Die Tauchbasis wird vorbildlich und äusserst professionell geführt von Eric. Beim Einchecken will Eric jedes Mal als erstes das tauchärztliche Attest sehen – Gott sei an dieser Stelle gedankt, dass ich den ewigdauerenden Elchtest bei Martin Kraus auf einem Bein auch wirklich bestand! Danach werden Brevet sowie Logbuch angeschaut. Ebenfalls wird fein säuberlich eine Liste erstellt, wenn man seine eigene Tauchausrüstung dabei hat. Zu sagen ist auch, dass sich das Mietmaterial in einem ausgezeichneten Zustand befindet. Zudem gibt es am Morgen vor der Ausfahrt ein klares Breefing bezüglich Tauchplätzen, Sicherheitsmassnahmen bei einem Zwischenfall sowie das Verhalten an Board und auch unter Wasser.

Die verschiedensten Tauchplätze rund um Chale Island sind alle innerhalb von 10 bis 25 Minuten mit dem kleinen Tauchboot erreichbar. Vor allem in der südlichen Richtung sind die Tauchplätze noch in einem völlig intakten Zustand. Man kann sagen, hier befindet man sich noch in beinahe unbetauchten Gebieten. So gibt es riesengrosse Riffe in ca. 15 Meter Tiefe mit den unterschiedlichsten und vielfältigsten Hart- und Weichkorallen, aber auch mit grossen Schwämmen – einfach sagenhaft! Dabei kann man sehr viel entdecken und beobachten. Es gibt Stellen, da befinden sich riesengrosse Fischschwärme, aber auch wie erwähnt, seltene Unterwasserbewohner im Makrobereich. Beinahe täglich machte ich Begegnungen mit Schaukelfischen in den verschiedensten Farben, verschiedene Muränen, Krokodilfische, Nacktkiemenschnecken, viele Fangschmetter-Schreckkrebse, immer wieder Octopussy, Baracudas, Fledermausfische, Makrelen und noch sehr vieles mehr, das jedes Taucherherz höher schlagen lasst. Grossfische sind eher selten, doch ich hatte auch Begegnungen mit Riffhaien, Stachelrochen und Adlerrochen. (In der Beilage findet ihr einige meiner Schnappschüsse).

Die verschiedenen Tauchplätze sind recht vielfältig. So gibt es flachere Riff’s, aber auch Stellen, die etwas tiefer gehen – schon mal über die 30 Meter Grenze. Jeden Morgen wird eine Tauchausfahrt vom kleinen Strand aus mit zwei Tauchgängen angeboten . Zum Mittagessen kommt man dann meist rechtzeitig zurück. Am Nachmittag selten und nachts werden keine Tauchgänge angeboten Doch das Problem ist vor allem nachts mit den zeitweise sehr ausgeprägten Gezeiten. Je nachdem muss man manchmal mit der ganzen Ausrüstung ziemlich weit über das Riff raus zum Boot oder zurück zum Strand laufen. Natürlich nur mit Füsslingen, denn es lebt so allerhandiges im seichten Gewässer, das ganz schön schmerzhaft sein könnte! In diesem Jahr waren mehr Taucher auf der Insel im Vergleich zum Vorjahr. Letztes Jahr war ich während den ersten zwei Wochen immer der einzige tauchende Gast. Doch wie es scheint, hat sich die Tauchbasis von „Diving the Crabb“ auf Chale einen guten Namen gemacht. Doch nach wie vor gibt es hier noch keinen Ansturm.

Bereits die Ausfahrten zu dem Tauchplätzen sind ein spektakuläres und farbenfröhliches Vergnügen und der Blick auf die Landschaft ist einzigartig und faszinierend. Je nach Situation ist das Überqueren des Aussenriffs manchmal schon etwas schauklig.. Doch wen stört dies, wenn die Sonne vom blauen Himmel runter scheint. Auf den Ausfahrten begegnet man täglich vielen Fischern, die zum Teil in ihren kleinen Holzbooten mit oder ohne Segel ihr Glück versuchten. Wie schon mehrmals erwähnt, sind hier die Menschen ganz einzigartig. Wenn man ihnen offen und herzlich begegnet, bekommt man ihre liebenswürdige und kontaktfreudige Haltung voll zu spüren. Mit dem Zauberwort "Jambo“ erobert man ihre Herzen. Dies war für uns ein Grund, wieder in dieses Paradies zurück zu kommen. So auch bei diesen Fischern, wenn man ihnen zuruft oder zuwinkt, bekommt man immer eine Antwort!

Eines hat mich letztes Jahr anfangs auf der Insel sehr irritiert – ca. 90 % der Gäste sind Norditaliener!. Die werden wöchentlich samstags früh in Gruppen eingeflogen und beleben dann den kleinen Strand für diese Zeit. Doch die meisten davon machen dann während der Halbzeit ihrer gebuchten Woche noch eine zweitägige Safari und dann wird’s für den Moment wieder etwas ruhiger bezüglich dem Inselleben. Unvorstellbar diese Menschengattung, denn gleich nach Ankunft können sie sich voll der Sonne auf den gediegenen Holzliegen aussetzen. Man muss nämlich wissen, hier ist die Sonneneinstrahlung sehr intensiv und die Temperaturen betragen so 32 – 35 Grad. Manch eine wird schon schön knackig braun, doch es gibt auch einige rote Tomaten!

Die Küche ist auf Chale Island wirklich exzellent! Täglich gibt es dreimal Buffet. Da erhält man alles was das Herz begehrt. Von den unterschiedlichsten Salaten, über Fleischgerichte und natürlich auch täglich meeresfrische Gerichte! Nur ein Wagnis besteht bei einem längeren Aufenhalt hier – die Gefahr einer „Vitamin C-Intoxikation“!!! Zum Frühstück bereits frisch gepresste Fruchtjus von Orangen, Passionsfrüchten, Ananas, Mangos und Wassermelonen. Diese Früchte werden selbstverständlich nicht nur in flüssiger Form angeboten, sondern als ganzes.. Selbst während den zwei Tauchgängen werden den Tauchern frisch aufgeschnitten Früchte angeboten – ein wahrer Traum!

Selbst für die Italiener oder Liebhaber von italienischer Küche ist gesorgt – es gibt täglich einen Pasta-Corner, mit den verschiedensten Nudelgerichten und den vielfältigsten Saucen! Eins kann gesagt werden – verhungern muss hier auf der Insel keiner!

Nach einem Tag voller Ereignissen und unvergesslichen Begegnungen ist für mich dann der schönste Augenblick die Sonnenuntergangstimmung. Frisch geduscht, ausgerüstet mit einem Apero und Cigarillo konnte ich dann jeweils meine Schnappschüsse des Tages von den Unterwasserwelt begutachten. Der romantische, stimmungsvoller Blick in die Lagune und oftmals die Kolabas rund um den Bungalow. Das waren jeweils einmalige Momente, bei denen man die Seele baumeln kann und Momente, wo man am liebsten die Zeit etwas anhalten würde…!

Im Gegensatz zum Festland von Kenya kann man hier am Strand spazieren gehen, ohne dass man laufend von Beachboys verfolgt werden, die einem etwas verkaufen wollen. Auf meinen Spaziergängen, je nach Gezeiten begegneten mir nur junge Fischer, die ihre Beute nach Hause brachten oder auf den Markt. Sehr viele haben sich spezialisiert auf das Fangen von Octopussy, denn das bringt ihnen mehr Geld ein. Vielfach können sie diesen Fang direkt dem Resort verkaufen und so gab es diese Beute für uns Gäste in Salatform oder auch gegrillt – lecker – lecker!

Schon vor einem Jahr lernte ich auf der hinteren Beach der Insel einen jungen Fischer namens Sam kennen. Bei ihm lernte ich die ersten suhawelischen Brocken. Er schrieb mir diese Wörter in den Sand und brachte mir so täglich ein neues Wort bei. Gross ist natürlich die Freude der Angestellten, wenn so ein Gast kleine Sätze in ihrer Sprache beherrscht! Sam verdient sein Geld nicht nur vom Fischen, sondern stellt selber Halsketten und Armbänder her. Eine Heidenarbeit mit wahnsinnigen Fingerfertigkeiten. Definitiv nichts für mich! Gross war dann auch die Wiedersehensfreude mit Sam, als ich ihm das erste Mal begegnete. Natürlich war er bereits informiert, dass ich auf der Insel angekommen bin und Gabriela dann eine Woche später eintreffen werde. Auch hier funktioniert das Buschtelefon perfekt. In meinem 40 Kiloschwerem Fluggepäck habe ich T-Shirts und Jeans mitgenommen, Kleidungsstücke, die ich zuhause nicht mehr anziehe und doch in einem guten Zustand waren. Solche Geschenke werden von diesen Menschen mit grosser Freude angenommen, wenn für mich solche Gesten schon irgendwelche komische Gefühle auslösen. Doch wie schon zu beginn gesagt, diese Menschen hier sind wirklich sehr arm.

Schnell lebte ich mich hier in der ersten Woche meiner Ferien in den Alltag ein. Täglich stand ich jedoch auch in Kontakt mit Gabriela per Mail. Denn auf der Insel gibt es zwei Computerplätze mit gratis Zugang zur grossen weiten Welt.

Dann am 23.01. traf dann Gabriela nach ihrer Reise hier ein – noch etwas müde und durchfroren vom vielen Schnee zuhause. Jedoch mit den gleichen Glücksgefühlen wie ich sie erleben durfte in diesem Paradies. Ab diesem Moment konnten wir dann das Leben zu zweit in vollen Zügen geniessen. In der ersten Woche war das Meer nach Vollmond ziemlich wellig und unruhig, so dass Gabriela etwas mit den Nebenwirkungen der Wellenverhältnisse zu kämpfen hatte. Doch bereits bei einem der ersten Tauchgänge zusammen hörte ich unter Wasser akutes Geschrei von von Gabiela. Ich war gerade mit einem goldgelben Schaukelfisch beschäftigt, der nicht ruhig für eine Fotosession stillhalten wollte. Diese Geschrei konnte nur eines bedeuten – Gabriela muss was spezielles entdeckt haben. Und dies war wirklich der Fall! Sage und schreibe, ein Walhai schwam in voller Pracht an ihr vorbei – ich sah leider nur noch die Schwanzflosse und dann tauchte er im Plankton unter. Denn an diesem Tag war die Sicht nicht so gewaltig wie üblich, aber es herrschte ein hoher Wellengang! Freude herrschte – vor allem bei Gabriela!

Wenn die Ebbe für uns nachmittags günstig stand, umrundeten wir die Insel zu Fuss. Dies waren immer wunderschöne und eindrückliche Ausflüge. Für diesen Spaziergang benötigt man so ca. eine Stunde. Ein spezielles Gefühl über das Riff zu spazieren im Bewusstsein, dass Stunden später hohe Wellen darüber hinweg fegten. Im Wasser kann man immer wieder Krabben beobachten wie auch Kaurimuscheln und junge Schmetterfangschreckenkrebse. Was jedoch ein Erlebnis war, sind die Begegnungen mit den vielen Vögeln. Rund um die Insel gibt viele unterschiedliche Störche, Reiher, Adler und vieles andere Gefiedertier zu beobachten, die wir nicht kannten. Auf diesen Wanderungen waren wir immer bewaffnet mit unserem kleinen Operngucker, sprich Feldstecher.

Echt lustige Begegnungen waren es manchmal, wenn die ganze riesige Pavian-Affenbande mit allen Familienmitgliedern vom Festland rüber auf dem Riff zur Insel wechselten oder umgekehrt. Vor allem die kleinen Paviane hatten ein riesiges Vergnügen auf ihrem Weg in den Tümpeln zu baden! Nach solchen Rundgängen begaben wir uns dann jeweils zum kleinen Swimmingpool um uns abzuduschen und etwas im Wasser abzukühlen. Dieser Pool liegt eingebettet umgeben von unzählen Sträuchern voller farbigen Blüten und Blumen. Eine Oase wie im Dschungel. Denn der bewohnte Teil der Insel wird sorgfältig gepflegt und ist liebevoll und voller Charme ausgestattet.

So zogen die Tage und Nächte an uns vorbei in diesem Paradies! Auch die Zeit steht nicht still, selbst im Paradies. Manchmal hegten wir schon den Wunsch, unvergessliche Momente etwas anzuhalten. Zum Beispiel abends auf einer riesigen Korbbank vor der Bar zu sitzen über dem Strand und bei einer Flasche Weisswein die Abendstimmung zu betrachten!

Dann am 14. Februar 2011 hiess es dann für uns das ganze Tauchbagage zu packen und uns von all unseren Freunden zu verabschieden. Einmal mehr fiel uns der Abschied nicht leicht – doch wir nahmen einen Rücksack voller unvergesslicher Erinnungen und kenyanischer Gelassenheit mit nach Hause!