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Dive-Check 2011

Marcel Bischofberger 10.04.2011
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Weinfelden liegt noch im Tiefschlaf, wie wir an diesem Samstagmorgen, 9. April bereits um 6.30 Uhr auf dem Marktplatz parkieren. Ein wunderschöner, stimmungsvoller Morgen! Aber eben – noch etwas zu früh für einen freien Tag! Doch heute findet der legendäre tauchärztliche Untersuch statt, für all die aktiven SubTeamler in der Kardiologischen Praxis von Martin Kraus. Bereits erwartet mich Martin zu dieser frühen Morgenstunde, noch etwas müde und mit recht kleinen Augen. Er habe eine sehr kurze Nacht erlebt, habe er doch bis spätabends noch ärztlichen Notfalldienst im Raume Weinfelden absolviert.

So starten wir beide ruhig diesen Tag und legen die Anmeldeliste, die „Krankenakten“ und das notwendige Materialen zusammen. Heute erwarten wir 27 Taucher/-Innen zu diesem Untersuch, also steht uns noch einiges bevor! Zu dieser frühen Morgenstunde begleitet mich Gabriela als Chauffeuse, denn Ihr Name steht gleich als erster auf dem Programm – für mich eine optimale Planung. Pünktlich um 7.00 Uhr Ortszeit startet der geplante Anlass. So trifft im Viertelstundentakt ein SubTeamler nach dem anderen ein. Hier muss ich anmerken, dass unsere Leute zu einem sehr zuverlässigen und diszipliniertem Trüppchen gehören! Swiss-Time wurde eingehalten! Es ist spannend zu beobachten, wie all unsere Kollegen -Innen respektvoll und etwas angespannt in diese wunderschöne Praxis eintreten. Diese Praxis ist nicht einfach eine Praxis im ursprünglichen Sinne. Die ganzen Räumlichkeiten, das Farbkonzept sowie die künstlerische Einrichtung sind einzigartig und erstaunt die Besucher immer wieder!

Gesittet und geordnet meldet sich Jedermann /-Frau an, füllt die verschiedenen Formulare aus und bezahlt den symbolischen Beitrag von Fr. 35.-. Danach heisst es dann, sich eine kleine Portion Urin zu erlassen. Nicht für alle ein leichtes Unterfangen! Diese Anweisung löst auch bei einigen etwas Unsicherheit und Bedenken aus. Die Betroffenen sind sich plötzlich nicht mehr ganz sicher, was ich in ihrem Urin wohl so alles „lesen“ könnte. So lautet die Frage, kann man daraus den Alkoholpegel oder sonstige Substanzen erkennen?!?

Eine weitere Hürde steht bevor! Kontrolle der Grösse und verflixt auch das Körpergewichtes– oh je, manch einer schrumpft während den letzten 12 Monaten oder trägt noch etwas zuviel Winterspeck mit sich herum…! In diesem Moment werden dann sofort neue Vorsätze gefasst, bezüglich Ess- und Trinkgewohnheiten – ob dies Früchte tragen wird, werden wir im 2012 feststellen. Das anschliessende Schreiben der elektronischen Herzkurve wird wieder als kurze Entspannungsphase betrachtet. Zu dieser Kontrolle macht man sich auf der Liege gemütlich. Ausserdem ist das Anbringen der „Saugnäpfe“, respektiv der Elektroden völlig schmerzlos. Als Durchführer dieser diagnostischen Abklärung bin ich ziemlich froh, dass viele meiner männlichen Kollegen relativ wenig behaart sind – ich spreche von den Brusthaaren. Nur bei zweien muss ich den „Pelz“ etwas zurück schneiden!

Nun gibt es für alle Beteiligten wieder eine erneute Herausforderung. Gilt es doch den nächsten Posten zu bewältigen, denn die korrekte Durchführung der sogenannten Lungenfunktion ist jedes Mal eine knifflige Übung. Bei diesem Test geht es tatsächlich arum, so viel Luft wie möglich tanken, und dann auf Befehl auszupusten. Nach einer klaren Instruktion und etwas „Anfeuern“ bestehen die Meisten diesen Test gleich beim ersten oder zweiten Mal. Es gibt in der Gruppe einige wenige Pappenheimer/- innen, die mit diesem Blastest halt alle Jahre wieder so ihre Probleme haben.

Nach dem ersten Teil des Programmes werden die Einzelnen zusehends etwas nervöser und unruhiger. Nun ist eine kleine Wartezeit angesagt, bevor es in den heiligen Wigwam unseres Medizinmannes geht. Was wird er wohl alles herausfinden, welche heiklen Fragen werden zu beantworten sein…

Die Fragen bezüglich Alkoholkonsums, des Rauchens, der Tauchtiefen, Durchführung von sportlichen Tätigkeiten….. was antwortet man am besten darauf? Kunststück, dass da manchmal der Blutdruck ansteigt! Ein ziemlich verpönter Test bei Martin ist wohl der berühmte Storchentest (- auch Reier- oder Elchtest genannt). Gleich eine ganze Minute bei geschlossen Augen und in komischer Körperstellung auszuharren, ganz schön mühsam und anstrengend. Da kann man schon ins Schwanken kommen. Also mir persönlich ergeht es wie meinen lieben Tauchpartner/-Innen - denn ich habe nämlich den leisen Verdacht, dass die Uhren in dieser Kardiologischen Praxis etwas langsamer Ticken – mir kommt es so vor, als wurde ich durch Martin zwei ganze Minuten auf die Folter gespannt!

Nach dieser besagten Prozedur kommt auf jeden Fall Charly ganz geschafft aus dem Untersuchungszimmer. Er muss den Test gleich dreimal wiederholen, bis er die eine ganze Minute ohne Schwanken schafft. Und nun klagt er über ziemlich zittrige Beine! Wie später der Redaktion auf dem Latrinenweg zu Ohren kommt, haben sich doch einige unserer coolen Jungs nachts zuvor in der Linde mit Proben auf den Storchentest (- auch Reier - oder Elchtest genannt) vorbereitet!!!

Zum Abschluss kommen doch die meisten Sub- Teamler mit strahlenden Augen und im Besitze des heiss begehrten Papers „No Limitation“ aus dem besagten Wigwam heraus und sind froh, diese Praxis möglichst schnell zu verlassen! Denn so eine Praxisatmosphäre – so schön sie auch gestaltet ist– löst bei den Meisten etwas Unbehagen aus.

So ein Tag mit all unseren besten Tauchkolleg/-Innen ist nicht nur mit Arbeit verbunden! Für uns ist es einmal mehr ein unvergesslicher Tag, sich mit vielen SubTeamler zu treffen und kurz ins Gespräch zu kommen. Auch untereinander haben die Teilnehmer/-Innen die Möglichkeit, sich wieder mal zu sehen – innerhalb oder ausserhalb der Praxis. Die Meisten treffen sich doch nach der Untersuchung in einem Strassenrestaurant auf dem Marktplatz bei einem kühlen Bier.

Nach diesem Tag mit 27 tauchärztlichen Checks – die jüngste Taucherin zählt 11 und die Dienstälteste ist 62 Jahre – begeben wir uns traditionell gemäss an den Bodensee nach Bottighofen, wo wir uns im sonnigen und warmen Gartenrestaurant ein oder zwei Cüpli gönnen. Trotz des grossen Interesses von den vielen Tauchkollegen/-Innen empfinden wir einmal mehr diesen Tag als sehr bereichernd und schön!

Zum Schluss möchte ich mich bei unserem Doktor Martin im Namen aller Tauchkollegen/- Innen herzlich bedanken, für diesen kompetenten und professionellen Check up!